24.11.2018 | 5+, Kinder, Repertoire, 8+, 9+, 10+ |

Die zwölf Monate (5-12)


Ein Märchen |

Auf dem Gipfel eines Berges, wo nie ein Mensch hinkommt, brennt ein großes Feuer, um das Feuer liegen zwölf Steine, auf den Steinen sitzen zwölf Gestalten. Drei waren alt und grau, drei waren jünger, drei waren noch jünger, und die drei jüngsten waren die schönsten. Sie reden nichts, sie blicken still in das Feuer. Die zwölf Gestalten sind die zwölf Monate.

Was passiert wenn ein Mensch ihnen begegnet und Unmögliches von ihnen verlangt? Erdbeeren im Winter zum Beispiel? Die Regisseurin Katharina Kummer verwebt in der Inszenierung zwei slawische Märchen mit Texten über die Kreisläufe der Natur und den Zauber der Zahlen – durchweht von einem Hauch Apokalypse. Ein Bilderkarussell zwischen Mensch und Natur, zwischen vergangenen Welten und Neubeginn.

Das Märchen für Menschen von fünf bis zwölf Jahre beginnt und endet da, wo das junge Publikum seinen Lebensweg auf dem Planeten beginnt: in einer Welt, die von Naturkatastrophen geschüttelt wird, in der die Jahreszeiten längst durcheinander geraten sind und alles selbstverständlich scheint: Erdbeeren, Veilchen und rote Äpfel im Winter!

Spiel: Iduna Hegen, Uta Lindner
Text, Regie: Katharina Kummer
Figuren, Scherenschnitte:
Günther Lindner
Raum, Kostüme:
Lorna Manjana Langner, Sophia Linhart
Musik: Uwe Arthur Felchle
Licht: Michaela Millar
Dramaturgie: Dagmar Domrös
Inspizienz, Stimme: Michaela Millar, Cathy Walsh
Produktionsleitung: Olga Ramirez Oferil
Mitarbeit Produktion: Marie Yan

Dank an: Thomas Schick, Carina Wohlgemuth, Karl Philipp Kummer, Elias Domrös, Markus Bünjer

Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, dem Fonds Darstellende Künste und dem Amt für Kultur und Bildung Pankow

»Einen ökologischen Subtext hat auch eine gerade uraufgeführte Inszenierung, fur die das Theater o.N. mit der Regisseurin Katharina Kummer zusammengearbeitet hat: „Zwölf Monate“. Das gemeinsam erarbeitete Stuck wird bezeichnet als „Märchen fur Menschen ab fünf“ – springt jedoch munter zwischen Erzählpassagen aus verschiedenen Märchen, philosophischen Überlegungen, Spekulationen uber die Zahl 12, Handlungen, Liedern und Gedankenräumen hin und her. Eine ebenso verwirrende wie betörende Montage in einer ebenso „schönen“ wie zurückgenommenen Ästhetik; die fein gearbeiteten 12 Papierfiguren werden als Schatten animiert, die Spielerinnen [...] wechseln freischwebend zwischen verschiedenen Rollen, bewahren diese dabei vor einfachen Zuschreibungen. Das ist herausfordernd für die jungen Zuschauer*innen (für erwachsene vielleicht noch mehr), doch zeigt sich in dem alle Konturen verwischenden Weiß des Bühnenbilds bald eine Spur: Die verweist auf eine Haltung zur Welt, unserer Welt, wo das junge Publikum lebt, wo Jahreszeiten kaum noch eine Bedeutung haben bei einem Lebensstil, dem alles zu jeder Zeit zur Verfügung zu stehen hat, um jeden Preis. Seien es Erdbeeren im Winter oder Eis und Schnee im Sommer.«

Aus: Anke Meyer: „Puppen- und Objekttheater fur junges Publikum in Berlin - Schlaglichter auf eine vielgestaltige kunstlerische Praxis.“
In: Manuskriptfassung: Evaluation des Kinder- und Jugendtheaters in Berlin. Studie zur Bestandsaufnahme und Potentialanalyse des Kinder- und Jugendtheaters in Berlin. Kapitel 4: Einblicke in die kunstlerische Praxis des Kinder- und Jugendtheaters in Berlin. 2019.

 

»So funktioniert es, wenn man sein Publikum ernst nimmt! Die Kinder werden still und aufmerksam angesichts eines Geschehens von großem poetischen Ernst.«

zitty Stadtmagazin | Bühne | Kritik | von Regine Bruckmann | Heft 36/2018
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»Das Theaterstück war künstlerisch wunderschön anzusehen. Mini-Snyggis war begeistert von der weißen Winterwelt und den zarten Papierfiguren und Scherenschnitten, die Günther Lindner liebevoll angefertigt hat. Bühne und Papierfiguren erstrahlem in hellem Weiß und zaubern so eine kühle Winterlandschaft in dem die zwei alten Schwestern, gespielt von Iduna Hegen und Uta Lindner, sich dem natürlichen Kreislauf der Natur widersetzen. Die Kostüme der beiden  verdeutlichen stark die Gegensätzlichkeiten der beiden Frauen. Es war eine Freude den beiden Schauspielerinnen, die mit Leidenschaft und Herz ihre Rollen verkörpert haben, zuzusehen.«

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