19.11.2021 | Repertoire, Aktuelle Premieren, Erwachsene |

so much pain!


a bodypiece for LIZ |

 

Die Figur der alten Frau ist eine der gefährlichsten und gleichzeitig gefährdetsten Gestalten überhaupt. Die Regisseurin Katharina Kummer hat in Interviews mit alten Frauen versucht, in die seelischen Hinterzimmer dieser Figur vorzudringen. Durch einen Nebel aus Beschämung und Schmerz, den das Sprechen über diese Lebensposition mit sich bringt, lassen sich eine Freiheit und eine Lust erahnen, die nur im Abseits zu finden sind.

Aus den unzähligen einzelnen Stimmen wird als Oberton das Wesen der Alten hörbar – mal zart und verletzlich, dann wieder schonungslos und unverschämt -  hervorgebracht von einem polyphonen Trio: Iduna Hegen, Uta Lindner und Minouche Petrusch präsentieren den Faltenwurf ihrer Haut und laden ein zu einem Gelage, zum Hexensabbat, vielleicht auch zum Leichenschmaus. Im intimen Berliner Zimmer des Theater o.N. murmeln, flüstern und fluchen sie ihr Vermächtnis und es erklingt auch so manches, das nur gesungen gesagt werden kann. Dann wird es still.  

Regie und Text: Katharina Kummer
Bühne und Kostüme: Julia Bosch
Komposition: Karl-Philipp Kummer
Spiel: Iduna Hegen, Uta Lindner, Minouche Petrusch, Michaela Millar, Robert Lange
Dramaturgie: Dagmar Domrös
Regieassistenz: Michaela Millar
Produktionsleitung: Olga Ramirez Oferil
Lichtdesign und Technik: Robert Lange
Pressearbeit: fellow Publishing

 

Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e.V. im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR #TakeAction

Draufblick auf ein Stilleben von verschüttetem Essen, Tellern und einer Perlenkette auf einer zerknautschten Tischdecke. Die Hand einer alten Frau reicht vom rechten Bildrand her die Hälfte einer aufgeschnittenen Grapefruit ins Bild hinein, das Fruchtfleisch ist sichtbar.