Partizipative Projekte

Die Arbeit am und mit den Mitteln des Theaters bedeutet für uns, interessiert zu sein, wachsam, neugierig auf die Welt und den Austausch mit ihr! Dafür braucht es mehr, als nach einer beendeten Vorstellung lediglich die Krümel von den Sitzpolstern zu wischen. Seit vielen Jahren suchen wir den direkten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen vorrangig in den Berliner Außenbezirken. Wir finden, dass deren Stimmen auf den Berliner Bühnen unterrepräsentiert sind und wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch schöpferisches Potential in sich trägt! Es ist absolut einsehbar, dass nicht jede:r es bergen möchte. Aber denen, die ahnen, dass da etwas schlummert, möchten wir die Hand reichen, sie daran erinnern, freundlich drängen, Mut machen, anregen, eine Brücke bauen. Dafür nutzen wir unterschiedliche Projektformate und erfinden immer wieder neue. So haben wir aus der biografischen Arbeit mit Hellersdorfer Jugendlichen mehrere Inszenierungen entwickelt. Beispielhaft dafür stehen »Herzmonster« (2010) und »hell erzählen« (2013), eine Inszenierung, die zum Bundeswettbewerb Theatertreffen der Jugend eingeladen wurde. Mit dem Jugendtheaterpass (2014) konnten Kinder und Jugendliche verschiedene Theatertechniken in diversen frei wählbaren Workshops kennenlernen und »hellersdorf calling« (2015) war eine von uns entwickelte ästhetische Intervention für Bürger:innen auf dem Alice–Salomon–Platz in Berlin Hellersdorf. Darüber hinaus gibt es seit vielen Jahren künstlerische Kooperationen mit Grundschulen am Standort des Theaters, in denen Schauspieler*innen unseres Ensembles mit Schulklassen Facetten des darstellenden Spiels erkunden und selbst kreierte Stücke erproben.

Wir arbeiten bereits mit Kindern im Kitaalter. Das im Jahr 2013 initiierte Projekt Große Sprünge zielte einerseits auf eine längerfristige künstlerische Arbeit mit 2-4jährigen Kindern und deren Familien in der Kita ab. Andererseits entstanden aus den gemeinsamen künstlerisch – forschenden Erfahrungen zwei Inszenierungen, die im Wohnumfeld der Kinder und in andern Kitas gezeigt wurden. Weiterhin begleiten wir Kitakinder in unserem Festivalprogramm, den FRATZ Begegnungen, in welchem sie u.a. intensiver auf einen ersten Theaterbesuch vorbereitet werden und in einem Workshop dem/der internationalen Künstler:in persönlich begegnen können, dessen/deren Stück sie beim Festival erleben. Wir arbeiten mit allen Menschen, die Interesse haben und vor allem mit jenen, die noch keine Erfahrung mitbringen, Theater nicht kennen und zum ersten Mal probieren wollen. 2012/13 realisierten wir mit dem Format VERSTÄRKER! eine Probebühne für Theaterinteressierte Erwachsene.

In den letzten Projekten verfolgten wir stärker die Idee des kollektiven Arbeitens und Aufführen von Künstler:innen und Kindern und Jugendlichen. Dabei entstanden die Inszenierungen »Feuer« (2016) und »Wie kann ich stehen, in einer Welt, die kippt?« (2020) sowie das aktuelle Projekt Künstlerische Kollektive

TUSCH – Theater und Schule

TUSCH Berlin initiiert, finanziert und betreut dreijährige Partnerschaften zwischen Berliner Schulen und Theatern, schafft einen gemeinsamen Raum für kreative Prozesse und ästhetische Erfahrungen und fördert so die kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Unsere aktuelle Kooperationsschule ist die Grundschule am Rüdesheimer Platz in Berlin Wilmersdorf. In der Spielzeit 2021/22 arbeiten hier Julia Vandehof (Theatermacherin, Schauspielerin) und Gwendolyn Noltes (Bühnen- und Kostümdesignerin) mit Kindern der 1.-3. Klasse.

www.tusch-berlin.de
www.garp-schule.de

TUKI – Theater und Kita

TUKI – Theater & Kita initiiert und gestaltet seit 2011 berlinweit Partnerschaften zwischen Theatern und Kitas, bei denen die Begegnung der Jüngsten mit der Darstellenden Kunst im Mittelpunkt steht. Ob als Zuschauer:innen, künstlerisch Forschende, Spieler:innen oder Gestalter:innen – das zentrale Anliegen von TUKI ist, Kindern zwischen zwei und sechs Jahren vielseitige ästhetische Erfahrungen mit dem Theater zu ermöglichen und sie dabei behutsam zu begleiten und in ihren Fragen und Anliegen ernst zu nehmen.

Das Theater o.N. ist derzeit an den Projektformaten TUKI Tandem und TUKI Bühne beteiligt.

www.tuki-berlin.de

TUKI Tandem verankert im Wechsel zwischen Theater-Sehen und Theater-Machen die Theaterkunst als Schwerpunkt in den Kitas und gibt den Theatern Impulse in der künstlerischen Arbeit für ein ganz junges Publikum. Im Rahmen von TUKI Tandem arbeiten wir seit 2019 mit der Kita Wunderkinder in Berlin Lichtenberg zusammen. Unser Ensemblemitglied Andreas Pichler, Musiker und Performer, kreiert, entwickelt und erprobt vor Ort gemeinsam mit den Jüngsten auditive Theatererfahrungen.

Im dritten TUKI-Jahr geht es vor allem darum, dass die an TUKI beteiligten Erzieher:innen die Theaterstunden selbständig leiten und gemeinsam mit den Kindern Ideen entwickeln und umsetzen. Die Theaterpädagog:innen und Künstler:innen gehen dann in die Rolle von begleitenden Pat:innen.

www.bluboks-berlin.de/kita

TUKI Bühne

Bei TUKI Bühne geht es darum, aus der forschenden Arbeit mit Kindern heraus, eine performative Arbeit für Kinder zu entwickeln. Ensemblemitglied Andreas Pichler, Musiker und Performer, verbindet hier seine künstlerische Forschung aus der Arbeit im TUKI Tandem mit einer neuen Inszenierung für Kinder. »u« untersucht die Möglichkeiten und Entwicklungen der künstlichen Intelligenz (KI) in der Lebenswelt kleiner Kinder.